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Meine Lebensvision und die große Lebensfrage mit dem Tod: "War esrichtig, dass ich hier war?"

  • vor 3 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Die Sonntagsphilosophie von Corni DER verrückte Bauingenieur aka. Cornelius Tarnai


Was hat Musik und Das Herz gemein? Gleicheit durch den Westen und die verkümmerte Individualität.

Was müsste passieren, damit ich sagen kann: „Es war richtig, dass ich hier war.“


Heute Morgen habe ich mir eine Frage gestellt, die mich tief berührt hat.


Was müsste passieren, damit ich eines Tages sagen kann:„Es war richtig, dass ich hier war.“


Es ist eine einfache Frage. Und gleichzeitig eine der schwierigsten, die man sich stellen kann. Denn sie zwingt uns, den Blick in eine Zukunft zu richten, die wir normalerweise vermeiden: den Moment, in dem wir auf unser Leben zurückblicken.


Ich stellte mir vor, ich wäre 90 oder 95 Jahre alt. Der Körper ist langsamer geworden, die Haare grau, das Leben liegt weitgehend hinter mir. Vielleicht sitze ich irgendwo ruhig, schaue aus einem Fenster oder auf eine Landschaft und denke zurück.


Nicht auf einzelne Tage.Nicht auf einzelne Projekte.

Sondern auf mein ganzes Leben.


Und dann stellte ich mir eine entscheidende Frage:

Was müsste ich dann fühlen?


Nicht nur denken.

Fühlen.


Zufriedenheit?

Dankbarkeit?

Frieden?


Oder die leise, vielleicht schmerzhafte Frage:

Hätte ich mehr wagen sollen?


Wenn man beginnt, das Leben vom Ende her zu betrachten, verändert sich plötzlich vieles. Dinge, die uns im Alltag enorm wichtig erscheinen, verlieren an Gewicht. Der Stress eines Tages wirkt plötzlich klein. Selbst berufliche Ziele oder kurzfristige Erfolge erscheinen aus dieser Perspektive erstaunlich unbedeutend.

Denn wenn man ehrlich ist, bleibt am Ende von allem nur eine einzige Frage:


Was bleibt wirklich?


Menschen sterben.

Gebäude zerfallen.

Bücher verbrennen.

Erinnerungen verblassen.


Und irgendwann verschwindet sogar fast alles, was wir hinterlassen.

Das klingt zunächst vielleicht traurig. Aber in Wahrheit liegt darin etwas sehr Befreiendes. Denn wenn nichts ewig bleibt, dann geht es im Leben nicht um Unsterblichkeit. Es geht darum, Wirkung zu entfalten, solange wir hier sind.


Während ich über diese Gedanken nachdachte, wurde mir plötzlich etwas klar.

Ich habe mich wieder daran erinnert, was meine Lebensvision ist.


Kulturschätze Deiner Region – #KSDR.


Diese Vision begleitet mich schon viele Jahre. Manchmal war sie laut, manchmal leise. Manchmal stand sie im Mittelpunkt meines Lebens, manchmal verschwand sie für eine Zeit im Hintergrund. Doch sie war immer da, wie ein innerer Kompass.

Und dann erinnerte ich mich wieder an ein Bild, das mich seit langer Zeit durch alle Höhen und Tiefen meines Lebens begleitet.

Ein Bild, das immer wieder auftaucht.


Rom. Das Kolosseum.


Ich sehe vor meinem inneren Auge dieses gewaltige Bauwerk, das seit fast zweitausend Jahren die Zeit überdauert hat. Ein Ort voller Geschichte, voller Erinnerungen, voller menschlicher Geschichten.


Und ich sehe das Kolosseum gefüllt mit Menschen aus der ganzen Welt.

Architekten.

Handwerker.

Historiker.

Kulturschützer.

Bürger.


Menschen aus vielen Nationen, verbunden durch eine gemeinsame Idee.

Wir feiern dort gemeinsam 50 Jahre #KSDR im Jahr 2066.


Eine Bewegung, die einst klein begonnen hat. Mit einer Vision, mit einem Gedanken und mit dem Wunsch, unsere kulturellen Schätze zu bewahren.

Doch in diesem Moment im Kolosseum ist diese Idee längst größer geworden als eine einzelne Person. Sie gehört dann nicht mehr einem Gründer. Sie gehört allen Menschen, die daran glauben.


Was sie verbindet, ist etwas sehr Einfaches und gleichzeitig sehr Kraftvolles:

Liebe zu unserer Kultur.


Während ich heute darüber nachdachte, habe ich gespürt, dass diese Vision wieder ganz tief in meinem Herzen angekommen ist. Vielleicht, weil die Werte, die einst in mir gesät wurden, über die Jahre gewachsen sind. Und weil sie inzwischen tiefe Wurzeln geschlagen haben.


Es sind Werte, die leise wirken und selten im Mittelpunkt stehen. Werte, die nicht laut nach Aufmerksamkeit verlangen, die aber das Fundament jeder Kultur bilden:


  • Liebe

  • Freude

  • Glaube

  • Weisheit

  • Dankbarkeit

  • Gerechtigkeit

  • Wahrheit


Vielleicht ist genau das der Kern dessen, was mich antreibt. Denn wenn man sich mit historischen Gebäuden beschäftigt, erkennt man schnell, dass sie weit mehr sind als Steine.

Ein historisches Gebäude ist immer auch eine Geschichte. Es ist Erinnerung, Identität und ein Stück Menschheitsgeschichte. In seinen Mauern stecken die Hoffnungen, Kämpfe und Träume der Menschen, die vor uns gelebt haben.


Wenn wir ein solches Gebäude bewahren, retten wir nicht nur ein Bauwerk.

Wir bewahren Erinnerung.

Und vielleicht sogar ein kleines Stück Menschlichkeit.


Mir wurde heute klar, dass ich etwas hinterlassen möchte, das über mich hinaus wirkt. Etwas, das genau diese Werte weiterträgt. Eine Bewegung von Menschen, die sich gemeinsam dafür einsetzen, unsere historischen Gebäude zu bewahren, zu retten und wieder zum Leben zu erwecken.


Nicht aus Pflicht.

Nicht aus Bürokratie.

Nicht aus Vorschriften.


Sondern aus etwas viel Tieferem:

Aus Liebe zur Berufung, zu lieben was wir tun.


Vielleicht ist genau das die Antwort auf meine ursprüngliche Frage.

Was müsste passieren, damit ich eines Tages sagen kann:„Es war richtig, dass ich hier war.“

Vielleicht dies:


Dass etwas entsteht, das größer ist als man selbst.

Dass eine Idee Menschen verbindet.

Dass aus einer Vision eine Bewegung wird.

Und dass irgendwo auf dieser Welt Menschen zusammenkommen, um zu feiern, was gemeinsam entstanden ist.


Vielleicht im Jahr 2066 im Kolosseum in Rom.


Und vielleicht schaut dann ein alter Mann irgendwo in dieser Menge auf diese Menschen und denkt still für sich:


„Es war richtig, dass ich hier war.“


Und nun interessiert mich eine Frage, die ich dir gerne weitergeben möchte.

Wenn du einmal auf dein Leben zurückblickst – mit 90 oder 95 Jahren –

was müsste passiert sein, damit du sagen kannst:„Es war richtig, dass ich hier war.“

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